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Die Kampagne 2002 ist bekanntlich sehr kurz und wir mussten uns ganz schön sputen, wollten wir doch fertig werden. Vom Größenwahn der letzten Erfolge gepackt, muss es natürlich immer besser und größer werden. Aber so richtig legen wir natürlich erst los, wenn die letzten Pullen Neujahrssekt ausgeschlürft sind. Da wir uns in diesem Jahr für einen völlig neuen Motivwagen (einen Tieflader unseres Freundes Weingut Ralf Müller aus Wöllstein) entschieden hatten, mussten wir uns doch ganz schön ins Zeug legen. Als Motto hatten wir uns nach langer Diskussion für einen Bohrturm und als Slogan die in den letzten Jahren gestiegenen Bauland- preise entschieden. Unser Bohrturm erreichte die stattliche Höhe von 4 m (mehr darf es leider nicht sein, sonst hätten wir die ein oder andere Straßenlampe „heruntergeholt“. Während der Bauzeit des Bohrturmes und des Wagens kam mir dann der Einfall, uns mal einen richtigen Namen zu geben. So entstanden dann an einem Samstagmorgen im Januar die „Wöllsteiner-Carnevals-Freunde“, kurz WCF.
Den Schmalspurschlepper, welcher in diesem Jahr ebenfalls von Ralf Müller zur Verfügung gestellt wurde, versahen wir an der Frontseite noch mit einem neuen Wappenschild, das von unserem „Malermeister“ Hubert Rasch kreiert wurde, der sich auch für die sonstigen malerischen Gestaltungen verantwortlich zeigt. Dies alles wird natürlich von unserem „Oberwagenbaumeister“ (klingt eigentlich nach einer Berufsbezeichnung bei der Deutschen Bahn AG, oder !?) Armin Wickertsheim überwacht, der sich letztlich für sämtliche bauliche Konstruktionen verantwortlich zeigt. Einer unserer wichtigsten Männer ist noch Rainer Beuge, genannt „McSnap“, der sich in selbstloser Weise als „Bettler“ hervortut und sich für die Beschaffung fast sämtliche Wurfmaterialien verantwortlich zeigt.
Manche werden sich jetzt fragen, wo sind denn die Frauen und Kinder geblieben. Da wir als Kostümierung entsprechend dem Bohrturm „Ölscheichs“ gewählt hatten, wur- den wie selbstverständlich deren Gewänder von unserer Haus- und Hofschneiderin Rosi Rasch mit tatkräftiger Unterstützung von Annette Wickertsheim, Sonja Beuge und Kerstin Lang liebevoll angefertigt. Auch unser Nachwuchs hat sich wie immer irgendwie beteiligt. Unserem diesjährigem Fahrer, Ralf Müller, möchte ich auch recht herzlich Danken, obwohl ich glaube, er hatte Angst um seinen Schlepper !?
Zum Umzug dann am Rosenmontag selbst gibt es zu berichten, dass es sich herum- gesprochen hat, das „SWR-Fernsehen“ kommt nach Wöllstein, weshalb wieder unsere so erfolgreiche „Netztonne“ hergerichtet wurde. Pünktlich um 14.11 Uhr ging es dann in der Marktstraße los. Am „Dalles“ angekommen, konnten wir schon 4 sog. „Netzopfer“ zählen. Eine „Vernetzung“ wurde zufällig vom SWR-Team aufge- nommen und tatsächlich am gleichen Abend in der Landesschau von Rheinland-Pfalz unter der Rubrik „Wöllsteiner Rosenmontagsumzug“ gesendet. Das hätte keiner von uns gedacht. Da wir diesmal unseren Motivwagen höher konstruiert hatten, blieben die Stürmungsversuche des närrischen Volkes aus. Dank der großartigen Organisa- tion unseres „McSnap“ hatten wir genügend Wurfmaterial und konnten bis zum Schluss auswerfen. Zum Schluss der diesjährigen Kampagne in Wöllstein bleibt mir nur noch zu sagen, dass es nach dem Abtanzen auf dem „Dalles“ bei einbrechender Dunkelheit schon Tradition geworden ist, alljährlich bei unseren lieben, gastfreund- lichen Nachbarn, Bärbel und Dietmar Weis, einzukehren und Pizza zu essen. Und nicht zu vergessen, Carmen und Ernst Schön, die uns zum Kaffeetrinken einluden und uns sonst unterstützen. Diesen möchten wir hiermit recht herzlich Danken.
Da fällt mir noch was zu unserem „Cafemobil“ der beiden letzten Jahre ein. Das Kaffeekränzchen aus Wolfsheim (Marianne Wolf, Hilde Ehses, Wilma Schmidt und Rita Bart) hat unser Gefährt übernommen und beim Wolfsheimer Umzug am Carnevals-Sonntag etabliert. Mit selbstgebackenem Kuchen und Kreppel (auch Berliner genannt) haben die das närrische Volk in Wolfsheim ganz schön verblüfft. Als Fahrer, wie könnt es anders sein, wurde ich engagiert. Am Carnevals-Dienstag bin ich dann für einen ausgefallenen Fahrer des Elferrats-Wagen des Wolfsheimer- Carneval-Verein WCV beim Umzug in Sprendlingen eingesprungen. Nach anfäng- lichen Schwierigkeiten kurz vor Beginn des Umzuges (defekter Traktor) wurde dieser dank des schnellen Einsatzes von Günter Wolf aus Wolfsheim, der mit einem Ersatztraktor gerade noch rechtzeitig in Sprendlingen eintraf, doch noch zum Erfolg, gewannen die „Wolfsheimer“ mit ihren Wagen wieder einen Preis.
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